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Bilanz zur Klimakonferenz

Klima, 21.11.2017

117 Millionen Euro in den Sand gesetzt?

Ausgaben von 117 Millionen Euro, mehr als 28.000 Besucher, mehrstöckige Zelt- und Container-Konstruktionen und jede Menge hitzige Gespräche: Die Klimakonferenz in Bonn ging verspätet am Samstagmorgen zu Ende und ist nun Geschichte. Hat sich der ganze Aufwand wirklich gelohnt?

Posttower, WCCB und UNO Tower

Deutschland als Außenseiter.

Der Kohleausstieg muss her – und zwar schnell. Ansonsten sehen Klimaforscher für die Zukunft schwarz. Während mehr als 20 Länder – darunter Großbritannien und Kanada - auf der Klimakonferenz verkündetet, dass sie auf die Kohleenergie verzichten wollen und eine Allianz bildeten, steht Deutschland außen vor. Da sich auch immer mehr Investoren von der Kohleenergie abwenden, wird es in Zukunft schwer für unser Land.

Das Klima kümmert sich nicht um Konferenzen.

Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Während Menschen unter Hitze und Überschwemmungen leiden, wird in der Politik diskutiert bis es zu spät ist. Dem Hilfsorganisationen-Verband Oxfam zufolge waren 2016 weltweit fast 24 Mio. Menschen vor allem aus ärmeren Ländern Umweltflüchtlinge.

USA ohne Trump an Bord.

Trotz Trumps Absicht aus dem Klimaabkommen von Paris auszusteigen, kündigten viele US-Bundesstaaten mit ihrem Ausruf "We are still in" ihre Hilfe an. Ob und wie viel Einfluss sie haben werden, ist allerdings unklar.

Deutschland um Trostpflaster bemüht.

Deutschland investiert 100 Mio. Euro in Anpassungsfonds und den Fonds für die am wenigsten entwickelten Länder. Ob es sich um einen gut kalkulierbaren Zug der Regierung handelt oder einfach ernst gemeinte Hilfe ist, ist jedoch umstritten. Fakt ist: Die von Naturkatastrophen betroffenen Länder brauchen diese Hilfe dringend. 

Ausreden für die stolpernden Beschlüsse der Konferenz sind schnell gefunden: Es handle sich um eine Arbeitskonferenz, auf der weitreichende Beschlüsse vorbereitet, nicht aber getroffen würden, hatte die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) gesagt. Auf den Kosten von rund 117 Millionen Euro für die Konferenz bleibt wohl der Steuerzahler sitzen.

Kinderdemo in Bonn zur Klimakonferenz 

Starke Differenzen und mangelnde politische Führung.

"Es bleibt dabei: Die Ausbalancierung von Entwicklungsländern und Industrieländern bleibt die strukturelle Hürde bei der Umsetzung des Klimaabkommens", bilanziert der Klimapolitik-Experte Reimund Schwarze vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ. Die mangelnde Führung verhinderte, dass in Bonn schon echte politische Kompromisse geschlossen werden konnten. Die meisten Streitpunkte wurden vertagt oder in Ausschüsse verlagert. Immerhin war Deutschland ein guter technischer Gastgeber und dienlicher Unterhändler für die Fiji-Inseln.

Die nächste Klimakonferenz findet im kommenden Jahr in Polen statt.

  Sarah Bertram
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