Falsche Rekorde

26.02.2013

bei aller Liebe für Extreme - bei vielen Wetterrekorden sind die gemessenen Werte fraglich

Im Donnerwetter.de Wetterpark in der Eifel führe ich Besucher durch die Ausstellung und immer wieder ergeben sich spannende Diskussionen. Ein vielleicht 11 Jahre altes Kind hatte vor dem Besuch der Ausstellung einen Erdkundetest absolviert, in dem die jemals tiefste Temperatur der Erde abgefragt wurde. Die Angabe seiner Lehrerin und die Angabe in unsere Ausstellung stimmten nicht überein (1 Grad C Abweichung).

Bei einer Überprüfung zeigt sich sich, dass es mehrere 'Varianten' der tiefsten Temperatur in der Literatur gibt.

Grundsätzlich gibt es bei der 'Rekordjagd' einige Übertreibungen und Fehler. In Deutschland akzeptiert der Deutsche Wetterdienst die gemessenen 40,3 Grad C von einer privaten Wetterstation aus dem Saarland aus dem Hitzesommer 2003 nicht und hält an einem eigenen Rekord eines Bundeswehrmesszuges in der Oberpfalz bei Amberg aus dem Jahre 1983 mit 40,2 Grad C fest.
Seit letztem Jahr gilt der 'lybische' Hitzeweltrekord mit rund 55 Grad C nicht mehr. Er hielt einer Überprüfung nicht stand.Daneben tauchen Hitzerekorde aus der iranische Wüste mit 70 Grad C und mehr auf.

Auch bei regionalen Klimabetrachtungen halten sich Fehlermythen. So liegt der Schneerekord am Donnerwetter.de Wetterpark in der Eifel laut Wikipedia am 2.3.1987 bei über 2m. Mit hoher Wahrscheinlichkeit stimmt der Wert nicht, zumindest nicht an diesem Tag und vermutlich liegt die maximale Schneehöhe in der Eifel bei 1 bis maximal 1,50.

Völlig sinnlos ist so ein 'Wissen' in Tests abzufragen, wie bei dem Jungen im Erdkundeuntericht der unsere Ausstellung besuchte. Wichtiger als exakte Werte ist die Einschätzung: Auf der Erde kann die Luft sich in den Wüsten auf 50, vielleicht auch 60 Grad C erwärmen und in den Eiswüsten auf fast -90 Grad C abkühlen.


Mehr Infos zum Klimapark in der Eifel unter:
www.weisserstein.info und www.wetterpark-weisser-stein.de

  Karsten Brandt
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