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Nicht nur das Klima wird exotischer

Fit bei jedem Wetter, 17.08.2018

Bis zu zwei Zentimeter groß und Überträger gefährlicher Krankheiter - tropische Zecken erstmals in höherer Anzahl in Deutschland nachgewiesen.

Der extrem milde und trockene Sommer hat sich in vielen Regionen des Landes negativ auf die Ausbreitung hiesiger Zeckenarten, wie etwa den Gemeinen Holzbock, ausgewirkt. Dafür bereitet aktuell eine andere Zeckenart Sorgen. Eine Art, die in unseren Breiten bislang höchstens mal als "Urlaubsmitbringsel" in Erscheinung trat.

Die Rede ist von Blutsaugern aus der Gattung Hyalomma, von denen in diesem Sommer von Experten der Universität Hohenheim und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr bereits sieben Exemplare nachgewiesen werden konnten - unter anderem in Osnabrück und im Raum Hannover.

Das Verbreitungsgebiet der Hyalomma-Zecken beschränkt sich eigentlich auf Teile Afrikas, Asiens und Südeuropas - hierzulande tauchten sie, etwa 2015 und 2017, höchstens mal als Einzelexemplare auf. Betrachtet man eine hiesige Zeckenart wie den Gemeinen Holzbock und die Tropenzecke direkt nebeneinander, unterscheidet sich letztere vor allem durch ihre Größe: Hyalomma-Zecken können bis zu 2 cm groß werden, zudem sind ihre Beine auffällig gestreift. 

Zecke

Gefürchtet sind Zeckenbisse in erster Linie aufgrund der Risiken, Krankheiten auf den Menschen zu übertragen. Tragen mitteleuropäische Zeckenarten in erster Linie Frühsommer-Meningoenzephalitis- und Lyme-Borreliose-Erreger in sich, konnten auch bei den "zugereisten" Blutsaugern gefährliche Krankheitserreger nachgewiesen werden. So fanden Forscher in einem der Tiere Rickettsia-Bakterien, Auslöser für das Zecken-Fleckfieber, welches sich beim Menschen mit hohem Fieber und Hautveränderungen bemerkbar machen kann. Weiterhin übertragen die Hyalomma-Zecken das in Deutschland noch nicht aufgetretene Krim-Kongo-Fieber.

Die Experten der Uni Hohenheim machen für den ungewöhnlichen Fund die für diese Art hervorragenden klimatischen Bedingungen im deutschen Sommer 2018 verantwortlich. Anders als hiesige Arten fühlen sich Tropenzecken auch bei Wetterlagen mit geringer Luftfeuchtigkeit wohl.

Zu klären sei noch die Frage, ob es sich bei den sieben gefundenen Exemplaren und Mitbringsel aus Urlauben handelt oder ob die Zeckenart sich bereits etabliert hat. Aufgrund der Erderwärmung halten die Experten eine Zunahme von Funden solcher Art in Deutschland aber für wahrscheinlich.

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