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Reizendes Wetter, reizendes Gas

Fit bei jedem Wetter, 10.08.2020

Hohe Ozonwerte vor allem für Menschen mit Atemwegserkrankungen gefährlich.

Sonnenschein und hohe Temperaturen haben in den Sommermonaten nicht nur ihre guten Seiten: Neben einer erhöhten UV-Strahlung, die im schlimmsten Fall auf Dauer Hautkrebs verursachen kann, steigen an Sommer und Hochsommertagen auch die Ozonwerte stark an.

Seit Anfang der neunziger Jahre wird dem Ozonwert verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt.

In den schönen Sommerjahren 1990 und 1991 nahm die Öffentlichkeit das erste Mal während des politisch bedingten Sommerlochs Notiz vom dreiatomigen Sauerstoff. Die Ozonwerte stiegen damals während längerer Schönwetterphasen auf extrem hohe Werte.

Bild: Achim Otto

Grenzwerte existierten zu dieser Zeit in Deutschland noch nicht, aber durch das Ausland waren Richtwerte zwischen 120 und 240 µg (Mikrogramm) Ozon pro Kubikmeter Luft bekannt.

Überraschenderweise wurden nach ein paar Tagen schönen Wetters besonders in den Reinluftgebieten von Schwarzwald, Taunus, Eifel, Sauerland und Harz hohe Ozonwerte gemessen. In den Industriegebieten an Rhein und Ruhr lagen die Werte zwar ebenfalls deutlich zu hoch, konnten aber nicht solche Extreme erreichen.

Abgase, Sonnenschein, warme Temperaturen - diese Faktoren begünstigen den Anstieg der Ozonwerte - Bild: © CreaPro

Bekannt war das Phänomen aus dem südlichen Kalifornien, wo Millionen von PKW bei dem dort herrschenden Sommerwetter hohe Ozonwerte verursachen.

Der sogenannte Sommersmog entsteht durch die Abgase aus Industrie und Verkehr, besonders NOx. Durch die Ultraviolette Strahlung der Sonne wird Ozon gebildet. Vorraussetzung für hohe Ozonbelastungen sind also viel Sonne, wenig Wind und viele Abgase.

 

Hochzeiten des Ozons

Der typische Tagesgang des Ozons startet in den Tälern bei fast 0 in den Frühstunden und erreicht gegen 16-18 Uhr das Maximum.

Ab 18 Uhr baut sich das Ozon durch die fehlende oder abgeschwächte Sonne wieder ab. In den Reinluftgebieten baut es sich nachts nicht richtig ab, da hier die Schadstoffe zur Zersetzung des dreiatomigen Sauerstoffs fehlen.

Es ist schon verrückt: Die Auto- und Industrieabgase bilden das Ozon, bauen es aber auch wieder ab! Im Westerwald oder im Bayerischen Wald bleiben daher die Werte auch nachts recht hoch (um 100 µg/m³).

Nach rund einer drei Tage andauernden Schönwetterperiode muss in Deutschland zwischen Mai und Oktober mit hohen Ozonwerten gerechnet werden.

Gefährlich sind die hohen Ozonwerte vor allem für Menschen mit Atemwegserkrankungen.

In den Nachmittagsstunden sollten Allergiker, Asthmatiker und besonders ältere Menschen keine besonderen Anstrengungen bei sommerlichen Wetterlagen unternehmen. Das Reizgas Ozon greift die Lunge massiv an.

Die aktuelle Ozon-Prognose für Ihren Wohnort finden Sie hier!

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