Klima, 17.03.2026
Im tropischen Pazifik entwickelt sich wieder eine El-Niño-Phase. Das Klimaphänomen beeinflusst das Wetter weltweit. Doch führt ein starkes El Niño automatisch zu einem heißen Sommer in Deutschland?
Das Wetterphänomen El Niño entsteht, wenn sich das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik deutlich erwärmt und die Passatwinde schwächer werden. Dadurch verändern sich globale Luftströmungen – mit Auswirkungen auf das Wetter rund um den Globus.
Für Deutschland sind die Effekte jedoch meist indirekt und schwächer als in den Tropen.
Dennoch fallen einige bekannte Sommer in zeitliche Nähe zu starken El-Niño-Ereignissen.
Ein besonders starkes Ereignis trat 1997/98 auf. Der Sommer 1998 war in Deutschland vielerorts deutlich wärmer als im langjährigen Mittel.
Auch während des sehr starken El Niño 2015/16 erlebte Deutschland einen extrem heißen Sommer 2015 mit mehreren Hitzewellen und Temperaturen von über 35 °C in vielen Regionen (s. Archiv-Wetterkarte vom 02.07.2015)
Die Beispiele zeigen: Ein starker El Niño kann die Wahrscheinlichkeit für warme oder heiße Sommer in Europa erhöhen, ist aber kein verlässlicher Auslöser.
Entscheidend bleiben weiterhin regionale Faktoren wie Hochdrucklagen über Europa oder die Lage des Jetstreams.
Kurz gesagt: Entwickelt sich in diesem Jahr erneut ein starker El Niño, steigt global das Risiko für Wetterextreme.
Ob Deutschland tatsächlich einen besonders heißen Sommer bekommt, entscheidet sich jedoch erst im Laufe der kommenden Monate.
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