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Juhu oder buh?!

Klima, 14.02.2018

Kurz die wichtigsten Fakten zur Diskussion um einen möglichen kostenloser Nahverkehr

Egal ob auf Facebook, Twitter oder den Seiten der regionalen Zeitungen: Überall wird über den kostenlosen Nahverkehr in deutschen Städten diskutiert. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, haben wir für Sie die interessantesten Fakten zusammengefasst.

Kurz zum Hintergrund: Die Bundesregierung will angesichts einer drohenden Klage der EU-Kommission ihre Maßnahmen für eine saubere Luft in deutschen Städten deutlich ausweiten und erwägt einen kostenlosen Nahverkehr in deutschen Städten. Getestet werden soll das Ganze in Bonn, Essen, Herrenberg (Baden-Württemberg), Reutlingen und Mannheim.

 

Bild: © CreaPro

 

Die erste Reaktion auf die Nachrichten, sah bei den meisten wohl ähnlich aus: „Oh super, dann kann ich kostenlos überall hin fahren“. Denn die Kosten für ein Kurzstreckenticket sind häufig viel zu hoch. Doch nach der ersten Reaktion folgte dann schnell die nüchterne Erkenntnis: Wie soll das überhaupt funktionieren und wer soll das zahlen? Die Steuerzahler?

Problem Nummer 1: Das Geld

Mit rund zwölf Milliarden Euro jährlich finanzierten sich die Verkehrsbetriebe etwa zur Hälfte aus dem Ticketverkauf. Bei kostenlosen Fahrten müssten das die Steuerzahler übernehmen. Der Verkehrsminister von Baden-Württemberg, Winfried Hermann (Grüne) hat dieses Problem bereits erkannt: "ÖPNV zum Nulltarif würden die Kommunen nur mit tatkräftiger finanzieller Unterstützung durch den Bund anbieten können.“

Problem Nummer 2: Die fehlenden Busse und Bahnen

Würde es wirklich zu kostenlosen Fahrten kommen, wäre das Netz des ÖPNV ganz schön überfordert. Schon jetzt sind viele Busse maßlos überfüllt und das Problem würde sich noch verschärfen. Der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan brachte dieses Problem klar zum Ausdruck: "Mir ist kein Hersteller bekannt, der kurzfristig Elektrobusse in der Stückzahl liefern kann, die wir bräuchten."

Problem Nummer 3: Die Infrastruktur

Das Straßen- und Bahnnetz ist in den Innenstädten nicht darauf ausgelegt, dass weniger Verkehr auf den Straßen und dafür mehr Verkehr auf den Schienen stattfindet. Das System wäre somit überlastet und es würde zu einem Chaos kommen. Schritt für Schritt müsste das System stattdessen verändert werden.

Fazit: Die Idee ist gut und sinnvoll, kommt aber viel zu spät. Doch wie so oft muss erst etwas passieren oder eine Klage anstehen, damit reagiert wird. Die Schadstoffbelastung besteht schon seit vielen Jahren und in der Politik hat sich nichts getan. Die Ticketpreise schnellen immer weiter in die Höhe und man wundert sich, dass die Menschen dann lieber mit dem Auto zur Arbeit fahren. Jetzt wo ein Fahrverbot droht, wird nicht durchdacht und ohne System gehandelt. Besser spät als nie?

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