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Klimawandel, Wasser und ein Megaprojekt

Klima, 23.02.2015

Megastaudamm/ Türkei - 50.000 Menschen verlieren Ihr Zuhause.

Stellen Sie sich vor, Politiker in Berlin verabschieden den Bau eines Staudamms mitten in Deutschland. Der Preis unter anderem: Der Wohnraum von 50.000 Menschen, die nun umsiedeln müssten und zum Teil alles verlieren würden.

In unserem Land undenkbar, bei unserem "Partner", der Türkei, ist so ein Vorgehen jedoch selbstverständlich.

In der türkisch-kurdischen Provinz Batman wurden die Arbeiten am Ilisu Stausee wieder aufgenommen. Gegen die Mehrheit der kurdischen Bevölkerung (ca. 50.000 Menschen müssen für das Bauvorhaben umsiedelt werden) wird dieses Projekt mit massivem türkischem Militäreinsatz durchgeführt.

(Die Bilder zeigen einen Stausee in der Provinz Hatay)

Entstehen soll hier  ein 313 km² großer Stausee. Ihm zum Opfer fällt aber nicht nur der Lebens- und Wohnraum unzähliger Menschen, sondern auch die 10.000 jahre alte Stadt Hasankeyf, die mit ihren einmaligen Denkmälern nun für immer untergehen wird.

Sowohl ökologisch als auch klimatologisch sind solche Bauprojekte unsinnig. Sie verändern das Klima vor Ort und führen zu massiven Wasserverlusten, die die Verdunstung in den trocken-heißen Sommern dort mit sich bringt.

Viele Experten weisen nach Untersuchungen weltweit darauf hin, dass so große Staudammprojekte auch ökonomisch keinen Sinn ergeben und typische "Status-Projekte" von nicht demokratischen Entwicklungsländern sind. Vergleichbar ist das türkische Bauprojekt mit den aberwitzigen Staudammbauten in China.

Großprojekte rechnen sich nur, wenn man die Umsiedelungskosten der Bevölkerung als "nicht vorhanden" ansetzt. Da in der Türkei solche Großprojekte zentral in Ankara entschieden werden, zählen lokale - und insbesondere kurdische - Widerstände nicht.

Einzig prokurdische Vereine und die in Deutschland verbotene PKK leisten nach Medienberichten Widerstand gegen das Staudammprojekt in Batman und konnten es bisher hinauszögern.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass bestimmte politiknahe Großbaufirmen häufig von solchen Projekten profitieren und internationale Kreditgeber eingebunden sind. Bevölkerungsinteressen zählen daher meist nicht.

Am 26.2. diskutiert der Bundestag über die Aufhebung des PKK-Verbotes. Auch im Sinne des Klimaschutzes und der regionalen Entwicklung der kurdischen Gebiete der Türkei, wäre es an der Zeit, dieses Verbot aufzuheben.

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