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Was haben Pfusch am Bau und am Klima gemeinsam?

Klima, 05.05.2018

Wenn man sie gut vertuscht, fallen sie den Geschädigten erst zu spät auf

Wo versteckt man Pfusch am besten? Dort natürlich, wo die Wahrscheinlichkeit klein ist, dass es noch zu Zeiten auffliegt, in denen man die Verantwortung trägt.

Nehmen wir den bekannten Pfusch am Bau: Eine schlechte Zementqualität lässt sich zum Teil nicht so einfach ermitteln, außer man untersucht chemisch den Baustoff, der angeliefert wird. Wahrscheinlich fällt dies auch gar nicht weiter auf.

 

 

Ein weiteres Beispiel bietet Stuttgart 21

Nach Protesten mit zum Teil heftigen Polizeieinsätzen wurde der Bau durchgesetzt, obwohl damals schon sehr viele Kritiker wussten, das wird teuer, bzw. teurer. Im April 2009 wurde der Finanzierungsvertrag unterschrieben, wohl ohne eine belastbare Kostenkalkulation, wie mehrere Zeitungen berichten (z.B. junge Welt 27.4.2018). Heute könnte der Wahnsinn 4-5 Mrd. teuer werden, mehrere Milliarden mehr, als geplant. Die Verantwortlichen sind meist schon nicht mehr im Amt und wohl auch straf- und zivilrechtlich kaum oder schwierig zu belangen.

So eine Bauentscheidung ist ein typisches Beispiel für ein „Verstecken“ der Risiken in der langen Frist. Diese werden erst dann sichtbar, wenn die Verantwortlichen an höherer Stelle weiterhin ihr Unwesen treiben oder längst im Ruhestand verweilen.

Genauso ist es mit billigen Zement/Beton, der nicht erdbebensicher ist. Der Pfusch fällt erst dann auf, wenn ein Erdbeben auftritt. Die Wahrscheinlichkeit ist klein und es kann manchmal hunderte Jahre dauern. Also ein perfekter Ort, um eine „Sauerei“ im Bereich des kleinen Risikos zu verstecken, denn die Chancen sind sehr groß, dass es nicht auffällt.

Also besondere Vorsicht bei den kleinen Risiken, die fatale Auswirkungen haben können.

Beim Klimawandel ist es nicht anders

Der Klimawandel ist ebenfalls so ein kleines Risiko, welches erst mit der Zeit „groß“ werden kann. Perfekt um das Handeln dagegen immer weiter nach „hinten“ zu verschieben. Soll sich doch die nächste Politikergeneration darum kümmern.

 

 

Nicht immer steckt hinter dem Ignorieren von kleinen Risiken Absicht. Oft wird es einfach nur vergessen. Wenn Sie an einem Bach leben, der meist friedlich dahinplätschert und dann nach vielen Jahren ganz plötzlich anschwillt, ist das genau das wahr gewordene kleine Risiko, welches jetzt sein hässliches Gesicht zeigt.

Häufig hat man schon längst vergessen, dass dieses Gewässer unter bestimmten Umständen bösartig werden kann und nur einzelne Steinbrocken im Fluss erinnern an die Zeit, als der Bach anschwoll und Steine mit sich riss.

Verwaltungen werden erst dann aktiv, wenn etwas passiert. Kleine Risiken werden unterschätzt, vergessen und es fehlt die Erfahrung damit, sodass sich das Ganze wiederholen kann.

Was können wir tun? Politische Aktivisten, aber auch jeder Mensch muss immer wieder die Chancen und Risiken der Projekte im Blick haben. Besonders die kleinen Risiken am Rande, die nur unter bestimmten Umständen zutage kommen, sind interessant. Hier drohen meist negative Überraschungen. Diese sollten mehr in den Blick der Öffentlichkeit geraten, damit Entscheider und Betrüger nicht ihre Risiken bis zur Rente verstecken können.

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