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Wo Licht ist, ist auch Schatten

Klima, 12.01.2017

Kein einfaches Thema: Gigantische Solaranlagen in der Wüste.

Solarstrom aus der Wüste zur Energieversorgung Europas - was sich so gut und einfach anhört, bekommt in der Realität schnell Risse.

Dies zeigt unter anderem auch das große Solarkraftwerk Ouarzazate in Marokko, in dem 10.000 in Reihen aufgestellte Parabolspiegel, in dem eine Trägerflüssigkeit stark erhitzt und der Dampf dann zur Stromerzeugung genutzt wird.

Teilweise wurden hier Speichersysteme miteingebaut, so dass die Spitzenlast in Marokko zwischen 18 und 19 Uhr mit Hilfe der gespeicherten Tageswärme abgefangen werden kann.

In Ouarzazate scheint die Sonne an 360-363 Tagen im Jahr, pro Quadratmeter bringt es die Sonneneinstrahlung hier in diesem Zeitraum auf 2.600 kWh - einem der höchsten Werte weltweit. Zum Vergleich: In Deutschland sind es pro Jahr nur 1.000 kWh/m².

Rund drei Milliarden Dollar wurden hier im marokkanischen Niemandsland verbaut.

Doch auch der laufende Betrieb der Anlage schlägt ordentlich zu Buche: Neben den 19 Tonnen Diesel, die pro Tag unter anderem für den Betrieb der Wärmespeicher aufgebracht werden müssen, verschlingt das Kraftwerk zusätzlich Unmengen an Wasser. Dieses wird  vorrangig für die Spiegel benötigt, die in dieser unwirtlichen Umgebung vor allem nach Sandstürmen regelmäßig gereinigt werden müssen. Nach einem Sandsturm bringen die Paneele nur noch 30 % der Leistung, das Wasser zur Reinigung wird einem etwa 10 km entfernten Staussee entnommen.

Desweiteren ist die Anlage im Fadenkreuz von Milizen, die im Solarkraftwerk Ouarzazate ein attraktives Anschlagsziel gefunden haben. Insbesonders die Frage nach der Unabhängigkeit der Westsahara ist in der Region noch alles andere als geklärt.

Großprojekte wie dieses stehen im krassen Gegensatz zu kleinen privaten Solaranlagen auf Dächern und an Balkonen. Die Heimanlage stellt, angesichts der oben genannten Problematiken, nicht nur eine weitaus sicherere sondern vielleicht auch effektivere Art der flächendeckenden Stromversorgung dar.

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