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Wohnen wird für viele unbezahlbar

Klima, 18.04.2023

Campingwagen statt Etagenwohnung: In Deutschland drohen US-amerikanische Verhältnisse.

Nein, ich mag keine Horrorszenarien, aber Deutschland drohen amerikanische Verhältnisse. Unser Land ist bereits schon jetzt von Wohnungsnot betroffen; sehr viele Menschen sind nach Deutschland geflüchtet und werden es zukünftig auch noch tun. Somit wird zum einen nicht nur der Bedarf an (bezahlbarem) Wohnraum steigen, auch die Nachfrage nach alters- und behindertengerechter Wohnfläche wird aufgrund der demografischen Entwicklung steigen. Kann diese Nachfrage nicht bedient werden, und danach sieht es aktuell leider aus, droht vor allem den einkommensschwachen Bevölkerungsteilen die Obdachlosigkeit. Oder sie stranden, ähnlich wie in den USA, in Trailerparks oder auf Campingplätzen. Was ist denn die Alternative?

Dass das Bewohnen klassischer Wohnungen und Häuser für möglicherweise Millionen von Menschen bald in weite Ferne rücken wird, daran trägt unter anderem der Klimaschutz bzw. seine politische Umsetzung Mitschuld - wenn auch nicht alleinig. Auch die in Deutschland sehr strengen Bauvorschriften, vom zu verwendenden Baumaterial bis hin zu Brandschutzbestimmungen, bremsen die Bauaktivitäten im Land immens aus. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung kann sich überhaupt einen Neubau leisten, bereits die Kosten für ein unerschlossenes Grundstück sprengen bei den meisten jedes Budget. Und auch Mieten wird durch die neuen Energie- und Sanierungsvorschriften für viele unerschwinglich  - 200 bis 300 Euro, teilweise sogar 400 Euro müssen Mieter schon bald aufgrund der CO2-Abgabe und umgelegten Sanierungskosten monatlich mehr berappen. 

Es ist vorhersehbar, dass in den nächsten Jahren für unzählige Menschen ein Leben im Campingwagen die letzte Hoffnung sein wird, will man nicht im Obdachlosenheim enden. Und genau das ist die Gefahr, wenn Klientelpolitik betrieben wird: Die Maßnahmen zum Klimaschutz sind gut gemeint, man muss sich ihn aber auch leisten können. Die Aufgabe der Volksparteien ist es, sollte man sich als solche verstehen, der breiten Schicht der Bevölkerung eine feste Behausung zu ermöglichen, die zudem bezahlbar ist. Wohnen ist ein Menschenrecht. Ich habe große Zweifel,  dass dies in den nächsten Jahren nicht mehr gewährleistet werden kann - auch durch Klimaschutzmaßnahmen.

Wir können unsere Abhängigkeit von fossiler Energie nicht binnen weniger Jahre loswerden - dazu braucht es zwei, drei, vielleicht auch vier Jahrzehnte. Legt man den Schalter zu schnell um, bringt man Millionen Menschen um Ihre Arbeit, Ihre Wohnmöglichkeiten und die gesamte Existenz.

  Karsten Brandt
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