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Siebenschläfer, wie verläuft der Restsommer?

aktuell, 27.06.2022

Was es mit dem Siebenschläfertag auf sich hat und was das für weiteren Sommerverlauf in diesem Jahr bedeuten könnte.

Um eines vorwegzunehmen: Das possierliche nachtaktive Nagetier, welches stark an ein graues Eichhörnchen erinnert, hat mit dem berühmt-berüchtigten Siebenschläfertag rein gar nichts zu tun.

Die Sieben Schläfer von Decius
(Gemälde aus dem 14. Jahrhundert)

Vielmehr hat der Stichtag seinen Namen einer alten Legende zu verdanken: Als der römischen Kaiser Gaius Messius Quintus Traianus Decius im 3. Jahrhundert n. Chr. auf blutige Weise Christen verfolgen ließ, suchten auch sieben Gläubige Schutz. Sie flohen in eine versteckte Berghöhle, wurden hier aber entdeckt und lebendig eingemauert. Den Tod fanden sie nicht, stattdessen schliefen sie der Legende nach 195 Jahre. Als man die sieben Christen dann am 27.06.446 fand, erwachten sie zunächst aus ihrem langen Schlaf; nachdem sie ihren Glauben an die Auferstehung der Toten bezeugt hatten, starben sie dann aber nach kurzer Zeit.

Wie bei allen anderen Bauernregeln, gilt es auch beim Siebenschläfer, nicht nur den Stichtag selbst, sondern den engeren Zeitraum vor und nach dem Stichtag in die Prognose miteinzubeziehen.

Richtig müsste die bekannteste Version der Siebenschläferregel daher lauten:

"Regnet es um den Siebenschläfertag, es noch sieben Wochen regnen mag."

 

Stellt man die Regel auf den Prüfstand, wird schnell klar, warum sie jedes Jahr in aller Munde ist - vor allem für die Mitte und den Süden Deutschlands hat sie eine ungewöhnlich hohe Trefferquote!

Diese wird nochmals übertroffen, wenn man die Bauernregel für die erste Juliwoche anwendet; denn nach der gregorianischen Kalenderreform (1582) wäre der Siebenschläfertag heute eigentlich der 7.7.

Vergleicht man das Wetter der ersten Juliwoche mit dem der folgenden sieben Wochen, ergeben sich, je nach Region, Übereinstimmungen von bis zu 90 %. Heißt: In 9 von 10 Jahren stimmt das Wetter in der ersten Juliwoche mit dem der folgenden sieben Wochen überein.

Bild: Achim Otto

Zurückzuführen ist diese Treffergenauigkeit auf die vom Jetstream, dem  Starkwindband der mittleren Breiten, abhängige Großwetterlage. In den meisten Jahren stabilisiert sich diese zwischen Ende Juni und Anfang Juli kurzzeitig.

Das Wichtigste zum Schluss: Stimmen die aktuellen Computermodelle und greift die Regel in diesem Jahr nicht ins Leere, steht uns in diesem Jahr ein überdurchschnittlich sonniger und leicht zu warmer Sommer bevor: Die erste Juliwoche verläuft aus aktueller Sicht nämlich überwiegend freundlich und mit gemäßigten Sommertemperaturen meist um 20 bis 27 Grad.

So kann es für Sommerfreunde sicherlich auch noch die kommenden sieben Wochen weitergehen!

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