Günstig trifft Highend

aktuell, 24.04.2024

Messung des Niederschlags - teure Messgeräte konkurrenzlos?

Wer etwa im heimischen Garten die tägliche Niederschlagsmenge bestimmen möchte, muss sich zunächst einmal durch eine schier unendliche Auswahl an Geräten in sämtlichen Preiskategorien wühlen: Vom graduierten Kunststoff-Messbecher aus dem Baumarkt bis hin zur vollvernetzten eierlegenden Wollmilchsau zum Gegenwert eines Kleinwagens ist alles dabei.

Doch welches Messgerät macht seine Arbeit am zuverlässigsten? Ist beim Niederschlag nur teuer gut?

Getestet und verglichen wurde unter anderem das Gardena "Click-Up"-Messgefäß, hier links im Bild.

Die gute Nachricht vorweg: Nahezu alle auf dem Markt erhältlichen analogen und digitalen Niederschlagsmesser erfassen recht gut die gefallenen Niederschlagsmengen.

Grundsätzlich gilt eine exakte Niederschlagsmessung als schwierig - man misst meist nur die niedrigste Summe, in der Regel sind die Mengen höher.

Wir haben unser Thies Laser-Distrometer mit der höchsten Gesamtumme als Referenz genommen und die Messwerte einiger weiterer günstiger und teurer Geräte hiermit verglichen.

Am schlechtesten schnitt im Vergleich das Gardena "Click Up" - Messgefäß für etwa 15,00 Eur0 ab. Ein letzter Platz, der in erster Linie der allgemeinen Bauweise geschuldet ist: Durch das offene Glas kann das Niederschlagswasser nämlich leicht verdunsten, die realen Messwerte somit verfälschen.

Zudem im Rennen: Die Profi-Niederschlagswaage von Ott, die das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bei uns betreibt sowie eine günstige Kippwaage von Steinberg für ca. 200 Euro. Beide Waagen weisen eine gute Korrelation auf (ca. 0,9, beim Gardena- Messglas ist diese etwas schwächer, aber immer noch im akzeptablem Bereich).

Die Grafik stellt die gemessenen Regenmengen unserer vier Testgeräte gegenüber - orange das Laser-Distrometer von Thies, gelb die LANUV-Waage von Ott, grün der Gardena-Messbecher, braun die Kippwaage von Steinberg.

 

Wie viel Regen fingen die unterschiedlichen Messgeräte im Beobachtungszeitraum von 75 Tagen jeweils auf? Das zeigt diese Grafik:

 

Die Kippwaage von Steinberg lieferte in unserem Vergleich mit 89 Prozent des Referenzwertes von 456 l/m² den besten Wert. Auf Platz zwei folgt die Niederschlagswaage von Ott mit 77 Prozent, Bronze geht an den Gardena-Messbecher mit 69 Prozent.

Fazit: Die Niederschlagsmessung ist wenig abhängig von Preis des Endgeräts. Einfache und günstige Regenmesser liefern ähnlich gute Ergebnisse wie die hochpreisigen.

Vielmehr als das Preisschild ist in vielen Fällen die Standortfrage entscheidend, wie nah die Messergebnisse der tatsächlich gefallenen Menge kommen. Also z. B. ob das Messgefäß offen und frei den Regen auffangen kann.

Vor allem für den Heimgebrauch sind Geräte zwischen 3.000 und 5.000 Euro, wie sie etwa das LANUV oder donnerwetter.de nutzt, vollkommen überdimensioniert. Wir empfehlen einfache Kippwaagen, auch wenn diese ab und an gepflegt werden müssen - etwa indem Moos und Laub entfernt werden.

Weniger genau arbeiten offene Messbecher - sie fangen in der Regel nur das Minimum des gefallenen Niederschlags auf.

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