Anzeige

Kollabiert das Stromnetz wegen der Sonnenfinsternis?

aktuell, 19.03.2015

Sonnenfinsternis treibt Solaranlagenbetreibern den Angstschweiß auf die Stirn.

Das Thema "Sonnenfinsternis" bestimmt bereits seit einigen Tagen die Medien. Was mache ich, wenn ich keine der heißbegehrten Schutzbrillen mehr ergattern konnte? Und sorgt die Sonnenfinsternis wirklich für hohe Systembelastungen bei meiner Photovoltaikanlage?

Wie immer vor einem solchen Event, machen sich auch vor der partiellen Sonnenfinsternis am Freitag Ängste und Ungewissheit in der Bevölkerung breit.

Vor allem die Meldung, dass die Abdunklung der Sonne zu Spannungsschwankungen im Solarstromnetz führen könnte, häuft sich in diesen Tagen. Solaranlagen könnten, so die Befürchtung, während der Abdunklung der Sonne zu wenig Strom erzeugen, Kraftwerke müssten temporär einspringen. Scheint dann wieder die Sonne über Deutschland, könnte aufgrund des höheren Sonnenstandes eine große Menge produzierter Solarstrom ins Netz gelangen. Um einen Überschuss zu vermeiden, müssten daraufhin die eingesetzten Kraftwerke schnell wieder vom Netz genommen werden.

Der Abfall und Anstieg der Solarstrom-Produktion dürfte aber gar nicht so außergewöhnlich stark ausfallen: Eine ausgedehnte Gewitterfront, die im Sommer nach strahlendem Sonnenschein (bei Höchstleistung der Solaranlagen) für eine Abdunklung von über 90 Prozent innerhalb kürzester Zeit auf größeren Gebieten sorgt, löst wahrscheinlich stärkere Schwankungen aus, als die vergleichsweise langsame und kontinuierliche Verdunklung bei der Sonnenfinsternis. Hinzu kommt, dass die Sonnenfinsternis am Freitag Vormittag nicht zur Zeit der stärksten Sonnenstrahlung erfolgt.

Dank des zumeist sonnigen oder heiteren Wetters am Freitag dürften selbst bei einer teilweisen Verdunklung der Sonne die zahlreichen an das öffentliche Stromnetz angeschlossenen Solaranlagen in der Lage sein, die Energienachfrage zu bedienen.

Das zeigt sich unter anderem, wenn man einen Blick auf die am morgigen Tag freigesetzte Globalstrahlung wirft.

Als Globalstahlung (Einheit: Watt pro m²) bezeichnet man die gesamte Energie, die von Sonne, Wolken und Himmel pro Stunde freigegeben wird. Während ein bedeckter Himmel etwa 40-50 Watt, also in etwa die Leistung einer Glühbirne, freisetzt, werden an einem sonnigen und wolkenlosen Tag pro Stunde ca. 100 Watt pro Stunde erzeugt (s. Grafik).

Globalstrahlung bei wolkigem und sonnigem Himmel am 20.3.; schraffiert ist der Zeitraum der SoFI.

zu unserer Sonnenfinsternis-Übersichtsseite

  Redaktion
 Team-Info
 Team-Kontakt




mehr

Wetter-Nachrichten - das könnte Sie auch interessieren:

5

Wetter-Meldungen

Anzeige

Buch-Tipps

-Anzeige-
E-Book Biowetter
Die Welt in Infrarot
Überraschende Einblicke in alltägliche Situationen mit Thermografie-Bildern!
weitere Infos