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Witterung spielt dem Virus in die Karten

aktuell, 23.11.2021

Harte Vorweihnachtswochen liegen vor uns.

Auf seinen letzten Metern wird der November in diesem Jahr seinem ihm voraus eilenden Ruf als (besonders) ungemütlicher Monat nochmals gerecht. Mit Umstellung der Wetterlage zum Ende dieser Woche bekommen wir es in den darauf folgenden Tagen mit einer nasskalten Witterungsphase zu tun. Diese dürfte vielen nicht nur psychisch zusetzen, auch mit Blick auf die aktuellen Coronainfektionszahlen sind das schlechte Nachrichten.

Nasskalte Tage stehen uns bevor

Das Team von donnerwetter.de erarbeitet seit vielen Jahren nicht nur Wetter- sondern in dessen Abhängigkeit auch Infektionsprognosen. So informieren wir unsere Nutzer seit Sommer 2014 wöchentlich, an welchen Tagen das Risiko, sich eine Grippe oder grippalen Infekt einzuhandeln besonders erhöht ist.

Erwartungsgemäß steigt vor allem in der dunklen Jahreszeit die Krankenrate in diesem Bereich an (die jährliche Grippesaison erstreckt sich von der 40. KW bis in die 20. KW des Folgejahres) - vor allem der Januar und Februar gelten als besonders "kranke Monate". Doch warum florieren Atemwegserkrankungen im Herbst und Winter so stark? Zum einen, weil sich die Viren im häufig feucht-kalten Niveau besser ausbreiten können, Stichwort Aerosole. Zum anderen verlagert sich das Leben bei Schmuddelwetter verstärkt wieder in meist gut beheizten und oftmale schlecht belüfteten Innenräume. Heizungsluft steuert ihren Teil zu einer erhöhten Infektionsanfälligkeit bei: Die trockene Luft trocknet die Schleimhäute aus, welche widerum Flimmerherchen beherbergen. Diese sorgen, wenn gut befeuchtet, für den Abtransport von Bakterien und Viren. Sitzen sie "auf dem Trocken" können sie ihrer Aufgabe nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr nachkommen, die Erreger gelangen in unseren Körper, das Erkrankungsrisiko steigt.

Anstieg grippaler Infekte / Influenza bis Ende November

Es sind neben der Witterung viele Faktoren, die das Coronainfektionsgeschehen in den kommenden Wochen und Monaten weiterhin beeinflussen werden.

Schauen Sie in den Kalender - in gut einer Woche sprechen wir Meteorologen von "Winter", in vier Wochen ist es kalendarisch erst so weit. Eines ist sicher - wie bereits im letzten Jahr steht uns auch 2021 wieder eine schwierige Vorweihnachtszeit mit Entbehrungen bevor.

Prognosen, wann sich das Infektionsgeschehen abflachen wird, gleichen dem Blick in die Glaskugel. Witterungsabhängig wird es sicherlich nötig sein, bis März/April am Ball zu bleiben, mit dem April und einem möglichen zaghaften Frühlingserwachen könnte sich die Lage dann wie im letzten Jahr wieder deutlich verbessern.

Die aktuell dramatische Coronasituation wird von Seiten der Politik mit der hohen Anzahl Ungeimpfter erklärt, allerdings wird hier nur ein Sündenbock gesucht und Nebelkerzen geworfen. Es ist schlichtweg Politikversagen, Krankenhäuser, Kliniken und Intensivbetten inmitten dieses Krisenjahres zu reduzieren. Jahrelange Versäumnisse der Gesundheitspolitik zeigen nun ihre hässliche Fratze. Zudem wurde im Sommer 2021 "vergessen", dass es im Herbst und Winter Auffrischungen braucht (Booster). Impfzentren wurden abgebaut und kommunikativ das Ende der Pandemie ausgerufen.

Wie es im nächsten Herbst 2022 weitergeht, steht in den Sternen - wird müssen jetzt gemeinsam da durch, vielleicht auch wieder mit allgemeinen Lockdownmaßnahmen bis zum "rettenden" Frühling.

Wie könnte sich die Anzahl der Neuansteckungen in den kommenden vier Monaten entwickeln? Unseren Erfahrungsschatz aus der täglichen Arbeit mit Wettermodellen haben wir an dieser Stelle mal in ein kleines Coronamodell einfließen lassen.

Die Graphen zeigen den möglichen Verlauf der Neuansteckungen in den kommenden 12 Wochen - zum einen komplett ohne Lockdownmaßnahmen (rot), mit einem Dezember-Lockdownn (gelb) sowie einem Lockdown im Dezember und Januar.

Auffällig hier ist, dass ein kurzzeitiger Lockdown die Neuansteckungen nur in den späteren Winter verschieben würde. Effektiver arbeitet dagegen ein sofortiger Lockdown, der auch über den Jahreswechsel hinaus fortgeführt wird. Werden keine Lockdownmaßnahmen ergriffen, steigen laut unserem Modell die Zahlen, wenn auch nicht exponentiell, weiter an, bevor Sie zu Beginn des neuen Jahres langsam sinken.

 

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